Forschung & Entwicklung
Vom ersten Softwareprodukt zum eigenen NPU-Design — sieben Phasen, und warum jede aus der vorigen folgt.
Die Geschichte hat keine Versionen, keine Pivots ohne Grund — sondern eine technische Logik. Hier sind die sieben Phasen, durch die wir gegangen sind.
Die Frage
NeuroVexon begann mit einer einfachen Beobachtung: zwischen leistungsfähiger KI und Datensouveränität wird ein Kompromiss erwartet. Wir wollten zeigen, dass es ohne diesen Kompromiss geht.
Software-Phase
Wir entwickelten zunächst modulare KI-Software, die vollständig auf eigener Infrastruktur lauffähig ist — DSGVO-konform, ohne Cloud-Bindung. Diese Phase brachte uns nahe an die Grenze: souveräne KI funktioniert auf Software-Ebene, aber das Vertrauen in die Hardware ist die eigentliche Schwachstelle.
Die ersten FPGA-Prototypen
Wir begannen, eigene NPU-Architekturen auf FPGA-Boards zu prototypen. Aus den ersten Experimenten wurde eine ernsthafte Engineering-Disziplin: 21 Hardware-Module, rund 4.000 Zeilen Verilog, über 10.000 bestandene Simulations-Checks.
Proof of Concept
Auf einem Xilinx Kria KV260-Board verifizierten wir fünf Kern-Innovationen direkt in Hardware: Sparse-Engine, Adaptive Precision, Multi-Tile-Parallelisierung, Hardware-Attention, Hardware-KV-Cache. Neun von neun Tests reproduzierbar via REST-API.
Der Pivot
Mit diesem Proof of Concept wurde klar: souveräne KI beginnt nicht in der Software, sondern beim Silicon. Wer den Chip kontrolliert, kontrolliert die Daten. NeuroVexon ist seither ein Chip-Designer.
Heute
Vexon-1 ist hardware-verifiziert — auf zwei FPGA-Plattformen, mit bis zu drei Kacheln parallel, eigenem RISC-V-Sequencer und eigenem Linux-Image. Drei Gebrauchsmuster sind beim DPMA eingetragen. ASIC-Stufe in Vorbereitung.
Der Traum
Unser langfristiges Ziel ist ein eigener Agentic AI Assistant, der vollständig auf NeuroVexon-Hardware läuft — lokal auf dem Gerät, ohne Cloud, ohne Datenabfluss. Vexon-1 ist die Grundlage. Aus der Software-Phase wissen wir, was ein souveräner KI-Stack können muss; aus dem Chip-Engineering bauen wir das Fundament. Wann genau, sagen wir nicht — aber das ist die Richtung, in die NeuroVexon geht.
Was mit der Software passiert
Die ursprünglichen Software-Module — Assistant, Desk, Data Layer, Warden, Security Access, Vaxon — werden aktuell nicht aktiv weiterentwickelt. Die in dieser Phase gewonnene Erfahrung über souveräne KI-Architekturen fließt vollständig in unser Chip-Design ein. Eine Open-Source-Veröffentlichung der Module prüfen wir als Beitrag zur europäischen KI-Souveränitäts-Community.
„Der Weg vom Software-Anbieter zum Chip-Designer ist kein Pivot — es ist eine logische Konsequenz. Wer KI-Souveränität ernst meint, muss bei der Hardware anfangen.